Vernetzter Unterricht

Der Vernetzte Unterricht geht aus entwicklungspsychologischen Gründen von einer "Didaktik der Sachen" (F. W. Dörpfeld) aus. In ihm begegnen sich Lehrer, Schüler und Sache und treten zueinander in Beziehung.

Er stellt zum einen Sachen und Sachverhalte so zusammen, dass erkennbar zusammengefügt ist, was sachlich selbstverständlich zusammengehört. Der Vernetzte Unterricht will damit das uralte pädagogische Problem der sogenannten "Brockenwahrheiten" (J. H. Pestalozzi), der "Zerstückelung" (P. Petersen) in vorgefertigte Ordnungssysteme lösen helfen. Dies ist pädagogisch umso mehr geboten, je mehr sich die Kenntnis von der Komplexität der Gegenwartsprobleme als eines ihrer Strukturmerkmale vervollständigt. Die Ausdifferenziertheit, Segmentierung und Pluralisierung der modernen Lebenswelt haben eine große und ständig wachsende, eine "neue Unübersichtlichkeit" (J. Habermas) in den Sachverhalten und ihren Zusammenhängen zugeschärft.

Zum anderen denkt der Vernetzte Unterricht im Marchtaler Plan von den Sachen her und fragt, was zur Erkenntnis einer größeren Wirklichkeit, zu der ganz selbstverständlich ihre religiöse und ethische Dimension gehören, vonnöten ist. Diese besondere Art der Orientierung an den Sachen legt auch nahe, Strukturen aufzuzeigen und sie längsschnittartig zu verfolgen. All das führt dazu, wie die Metapher von der "Vernetzung" beinhaltet, dass Ordnung in die Dinge gebracht werden kann, denn "Ordnung und Orientierung ergeben sich nicht von selbst, sie müssen tätig hervorgebracht werden und immer wieder erneuert werden" (Marchtaler Fernstudien, Bd. 4, Zif. 4.2)

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