Schulpastoral an der Eugen-Bolz-Schule mit Schwester Clara

Manche Dinge lernt man am Besten in der Stille, manche im Sturm.

Schulpastoral ist ein kirchlicher Dienst im Lern- und Lebensraum Schule. Sie vollzieht sich als Diakonie, als helfende und heilende Zuwendung zu den Menschen in der Schule. Dabei orientieren sich Christen und Christinnen am Vorbild und an der Botschaft Jesu. Von hier erhalten sie Impulse für die Wahrnehmung und Gestaltung der Lebenswirklichkeit in der Schule. Als Mitmenschen sind sie offen für die Freuden und Sorgen, die Hoffnungen und Nöte der Menschen, denen sie dort begegnen. Sie erschließen für Menschen in der Schule Räume und Zeiten, in denen eine individuelle und gemeinsame Christuserfahrung und Gottesbegegnung möglich werden kann, die eine Erfahrung des Lebens in Fülle eröffnet (vgl. Joh 10,10). Aus dem eigenen Glauben heraus übernehmen sie Verantwortung und tragen durch ihr Engagement zu einer menschenfreundlichen Schulkultur bei.

Schulpastorales Handeln berücksichtigt dabei nicht nur die veränderten Lebensbedingungen und ihre Auswirkungen an den Schulen, sondern sie ist ebenso orientiert an den pastoralen Leitgedanken der Diözese Rottenburg-Stuttgart, deren Ausgangspunkt das Leben der Menschen in der Welt von heute ist. Im Konzept „Schulpastoral an öffentlichen Schulen“ treffen die veränderte Schulwirklichkeit und die pastoralen Entwicklungsprozesse in der Diözese „Kirche am Ort“, hier am Ort Schule, zusammen.

Bislang haben vor allem die Religionslehrerinnen und Religionslehrer als Zeuginnen und Zeugen der frohen Botschaft Jesu Christi zahlreiche schulpastorale Angebote gestaltet. Seit einigen Jahren wurden im Rahmen des Projektes „Kirche und Schule“ die Kooperationen zwischen Kirchengemeinden, der Jugendarbeit des BDKJ und anderer Träger kirchlicher Jugendarbeit mit Schulen intensiviert. Die zahlreichen gelungenen Beispiele zeigen, dass wir den Menschen in der Schule Orientierungshilfen anbieten können, die nicht an der Oberfläche stehen bleiben, sondern die tiefen existenziellen Dimensionen des menschlichen Lebens berühren.

Ausdrücklich begrüße ich die Impulse, die das aktualisierte Schulpastoralkonzept für das Miteinander zwischen den Religionslehrerinnen und Religionslehrern, den pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit anderen jugendlichen und erwachsenen Christen und Christinnen in der Schule, in den Kirchengemeinden und in der kirchlichen Jugendarbeit gibt. Dadurch erschließen sich für alle in der Schule mehr Möglichkeiten, ihr Leben und ihren Glauben zu teilen.

Ich bedanke mich bei denjenigen, die sich ehrenamtlich und beruflich mit viel Liebe für die Menschen in den Schulen engagieren. Für die Zukunft aller schulpastoralen Aktivitäten wünsche ich die Erfahrung von Gottes Nähe, Beistand und Iebensspendender Kraft.

Dr. Gebhard Fürst, Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart

aus: „Konzepte 12 - Schulpastoral an öffentlichen Schulen“ der Diözese Rottenburg-Stuttgart

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